St. Urbanus für...

Bistum ordnet Absage aller Erstkommunionfeiern an

Auch Trauungen und Taufen müssen verlegt werden – Absage aller Gottesdienste gilt auf unbestimmte Zeit – Kirchen sollen aber geöffnet bleiben – Aufruf zu Hilfsbereitschaft und Gebet

Um eine einheitliche Regelung für das ganze Bistum zu treffen, hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck die in unserer Pfarrei bereits geltende Bestimmung, ab Montag, dem 16. März bis auf weiteres alle Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen abzusagen, verbindlich angeordnet. Diese Regelung gilt auf unbestimmte Zeit. Aus diesem Grund wird auch bereits jetzt eine Absage aller Erstkommunionfeiern festgelegt. Diese können frühestens im zweiten Kalenderhalbjahr stattfinden. Auch geplante Taufen und Trauungen sind grundsätzlich zu verschieben. Beerdigungen sollen nach Möglichkeit in einem kleinen Kreis erfolgen. Die jeweiligen Begräbnisämter werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Im Blick auf die Kar- und Ostertage werde er die Gläubigen rechtzeitig informieren, wie diese besonderen Tage in der aktuellen Situation begangen werden können, kündigte der Bischof an und betonte: „Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Unsere Gottesdienste – insbesondere die Feier der Eucharistie – sind die Mitte unseres Glaubens und des kirchlichen Lebens.“ Zugleich seien in vielen Gemeinden und Familien die Planungen gerade für die Erstkommunion-Feste schon weit fortgeschritten. Dennoch führe angesichts der Bedrohung durch das Corona-Virus kein Weg an einer vorläufigen Absage aller Gottesdienste und der Verschiebung der großen Erstkommunion-Gottesdienste vorbei. „Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die alten und schwachen Menschen in unseren Gemeinden und in der ganzen Gesellschaft so gut es geht schützen“, hob Overbeck hervor. In diesem Zusammenhang rief er auch zu entschlossener Nachbarschaftshilfe insbesondere für ältere und erkrankte Menschen auf.

Für das persönliche Gebet sollen die Kirchen weiterhin geöffnet bleiben. Overbeck betont: „Trotz der vorübergehenden Aussetzung unserer Gottesdienste hören wir nicht auf zu beten!“ Gerade in der aktuellen Situation sei jeder Christ eingeladen, sich im vertrauensvollen Gebet an Gott zu wenden und so Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Darüber hinaus biete das Gesangbuch „Gotteslob“ viele gute Anregungen für individuelle Gottesdienste, die jede und jeder Gläubige allein, mit der Familie oder in einem kleinen Kreis von Freunden feiern könne. Insbesondere empfahl er auch das untenstehende Gebet des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler. 

Von der Sonntagspflicht hatte Bischof Overbeck die Katholiken im Bistum bereits am vergangenen Freitag entbunden. Er rief dazu auf, stattdessen die Messe über Radio, Fernsehen oder Internet mindestens an jedem Sonntag mitzufeiern.

Download des Briefs und des Gebets

Gebet in der Coronakrise

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pfl egenden Kraft in dieser extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken für alle Frauen und Männer, die gewissenhaft
die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pfl egebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen fl ehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen und Ressourcen
den aktuellen Anforderungen gerecht werden können.
Wir beten, dass die Zahlen der Infi zierten und Erkrankten zurückgehen.
Und wir hoffen, dass in allen Bereichen bald wieder Normalität einkehren wird.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Ja, wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend.
Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit.
Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander.