St. Urbanus für...

St. Urbanus wird nachhaltiger

Der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Urbanus haben in Ihren ersten Sitzungen nach den Sommerferien eine Selbstverpflichtung verabschiedet, zukünftig ökologische und soziale Aspekte bei allen Entscheidungen in den Blick zu nehmen.

Der „Leitfaden für mehr Nachhaltigkeit“ war vom Arbeitskreis „Laudato si‘“ erarbeitet worden. Dieser hat seinen Namen nach der gleichnamigen Sozial- und Umweltenzyklika von Papst Franziskus.

Fünf Themenbereiche sollen laut Leitfaden insbesondere in den Blick genommen werden: Mobilität, Konsum, Gebäude, Grundstücke und Bewusstseinsbildung. Für jeden dieser Bereiche werden beispielhaft konkrete Maßnahmen für eine Umsetzung formuliert. So wird unter anderem eine deutliche Reduzierung des (Verpackungs-)Mülls bei Veranstaltungen der Pfarrei angestrebt. Hier kann man bereits auf gute Erfahrungen aus dem Vorjahr zurückgreifen. Im Rahmen des großen Pfarreifestes zum Jubiläum „1000 Jahre Kirche in Buer“ wurde komplett auf Einweggeschirr verzichtet. Viele Speisen konnten in Servietten oder Brötchen serviert werden, für den Rest fanden sich ausreichend Helferinnen und Helfer für ein Spülmobil.

In einigen Gemeinden der Pfarrei wird bereits fair gehandelter Bio-Kaffee verwendet. Zukünftig soll dafür geworben werden, ausschließlich darauf zurückzugreifen.

Im Bereich Mobilität beteiligt sich die Pfarrei aktuell zum zweiten Mal an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“, um dadurch das Fahrrad als Verkehrsmittel stärker in den Blick zu rücken. Im vergangenen Jahr zeigte sich im Rahmen dieser Aktion eine besonders nachhaltige Wirkung: Eines der fünf Mitglieder des Arbeitskreises „Laudato si“ schaffte inzwischen sein Auto ab, zwei andere fahren jetzt regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Im Leitfaden wird betont, dass nicht ausschließlich ökologische, sondern auch soziale Aspekte Berücksichtigung finden sollen. Das betrifft zum einen globale Themen wie faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus sollen aber auch ungerechte Strukturen oder fehlende Teilhabemöglichkeiten vor Ort im Blick behalten werden. Hier besteht im Pfarreialltag von barrierefreiem Zugang bis zu Teilnahmekosten für Personen oder Familien mit geringem Einkommen durchaus auch noch an der einen oder anderen Stelle Handlungsbedarf.

Bei allem, so heißt es in dem Leitfaden, bleibe als größte Herausforderung, jede Form von Konsum und Ressourcenverbrauch immer wieder kritisch auf ihre Notwendigkeit zu hinterfragen. In der kirchlichen Tradition gebe es gute Ansätze, die einem steigenden Bedürfnis nach regionaler Identität, Entschleunigung, Naturverbundenheit und Einfachheit entgegenkämen. Diese gelte es neu zu entdecken und zeitgemäß weiterzuentwickeln.

Foto: Gerd Altmann, pixabay.com