St. Urbanus für...

Sonntagsimpuls – 24. Sonntag im Jahreskreis | 13.09.2020

Impuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis von Pater Klemens M. Feiertag.

Schrifttexte

Erste Lesung (Jes 55, 6–9)

Lesung aus dem Buch Jesája

Sucht den Herrn, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
Der Frevler soll seinen Weg verlassen,
der Übeltäter seine Pläne.
Er kehre um zum Herrn,
damit er Erbarmen hat mit ihm,
und zu unserem Gott;
denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn.
So hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege
und meine Gedanken über eure Gedanken.

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Zweite Lesung (Phil 1, 20ad–24.27a)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philíppi

Schwestern und Brüder!
Ich erwarte und hoffe,
dass Christus verherrlicht werden wird in meinem Leibe,
ob ich lebe oder sterbe.
Denn für mich ist Christus das Leben
und Sterben Gewinn.
Wenn ich aber weiterleben soll,
bedeutet das für mich fruchtbares Wirken.
Was soll ich wählen?
Ich weiß es nicht.
Bedrängt werde ich von beiden Seiten:
Ich habe das Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein –
um wie viel besser wäre das!
Aber euretwegen
ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe.
Vor allem:
Lebt als Gemeinde so,
wie es dem Evangelium Christi entspricht!

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Evangelium (Mt 20, 1–16)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Gutsbesitzer,
der früh am Morgen hinausging,
um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag
und schickte sie in seinen Weinberg.
Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus
und sah andere auf dem Markt stehen,
die keine Arbeit hatten.
Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde
ging der Gutsherr wieder hinaus
und machte es ebenso.
Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging,
traf er wieder einige, die dort standen.
Er sagte zu ihnen:
Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?
Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben.
Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war,
sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus,
angefangen bei den Letzten,
bis hin zu den Ersten!
Da kamen die Männer,
die er um die elfte Stunde angeworben hatte,
und jeder erhielt einen Denár.
Als dann die Ersten kamen,
glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten einen Denár.
Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn
und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet
und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
Da erwiderte er einem von ihnen:
Freund, dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart?
Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
Darf ich mit dem, was mir gehört,
nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse,
weil ich gut bin?
So werden die Letzten Erste sein
und die Ersten Letzte.

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Erste Lesung (Sir 27, 30 – 28, 7)

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.

Groll und Zorn, auch diese sind Gräuel
und ein sündiger Mann hält an ihnen fest.
Wer sich rächt, erfährt Rache vom Herrn;
seine Sünden behält er gewiss im Gedächtnis.
Vergib deinem Nächsten das Unrecht,
dann werden dir, wenn du bittest, deine Sünden vergeben!
Ein Mensch verharrt gegen einen Menschen im Zorn,
beim Herrn aber sucht er Heilung?
Mit einem Menschen gleich ihm hat er kein Erbarmen,
aber wegen seiner Sünden bittet er um Verzeihung?
Er selbst – ein Wesen aus Fleisch, verharrt im Groll.
Wer wird seine Sünden vergeben?
Denk an das Ende,
lass ab von der Feindschaft,
denk an Untergang und Tod
und bleib den Geboten treu!
Denk an die Gebote
und grolle dem Nächsten nicht,
denk an den Bund des Höchsten
und übersieh die Fehler!

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Zweite Lesung (Röm 14, 7–9)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder!
Keiner von uns lebt sich selber
und keiner stirbt sich selber:
Leben wir,
so leben wir dem Herrn,
sterben wir,
so sterben wir dem Herrn.
Ob wir leben oder ob wir sterben,
wir gehören dem Herrn.
Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden,
um Herr zu sein über Tote und Lebende.

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Evangelium (Mt 18, 21–35)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit
trat Petrus zu Jesus
und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,
wenn er gegen mich sündigt?
Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm:
Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal,
sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich
ist es deshalb wie mit einem König,
der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann,
brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte,
befahl der Herr,
ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß,
zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie
und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid,
ließ ihn gehen
und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Knecht hinausging,
traf er einen Mitknecht,
der ihm hundert Denáre schuldig war.
Er packte ihn,
würgte ihn
und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder
und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht,
sondern ging weg
und ließ ihn ins Gefängnis werfen,
bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die Mitknechte das sahen,
waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn
und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen
und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich angefleht hast.
Hättest nicht auch du
mit deinem Mitknecht
Erbarmen haben müssen,
so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern,
bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln,
wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

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Impuls

Sonntagsimpuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis

„Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber: leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“ (Röm 14, 7f)

Im heutigen Evangelium nach Matthäus  18, 21 und 22 antwortet Jesus sinngemäß auf die Frage von Petrus wie oft wir dem Bruder / der Schwester zu „vergeben“ haben, dass wir ihm/ihr von ganzem Herzen zu vergeben haben.

Ist das nicht zu viel verlangt… kann das überhaupt ein Mensch… ist das nicht ausschließlich einem Heiligen, einer Heiligen vorbehalten… ?! Petrus, der ja ein richtig bodenständiger Mensch war, der von seinem Leben ganz überzeugt war und daher auch sich Jesus mit Haut und Haaren anvertrauen konnte, setzte  dennoch Jesus eine Grenze mit seiner Frage, indem er fragte „siebenmal“. Prompt bekam er die richtungsweisende Antwort von Jeus „nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal“ und das bedeutet stets und somit  grenzenlos .

Wir Menschen, wenn wir ehrlich sind, leben doch tagtäglich davon, dass Gott uns verzeiht und diese empfangene Vergebung, S e i n e Barmherzigkeit an uns bedeutet Verpflichtung und Verantwortung für uns, die wir alle ein Teil von Jesus Christus sind: nämlich Christen.

Verpflichtung wie bei Petrus, der sich in der Zeit seiner Jüngerschaft mit seiner ganzen Art  sein Leben für Jesus einsetzte und unmittelbar vor dem Tod Jesu seine gewaltbereite, unüberlegte Lebensweise in die Verantwortung der gesamten Jüngerschaft sprich Kirche Jesus Christi umwandeltete.

Wie sieht es damit bei uns aus , in unserem Inneren?! Wie sehr doch erschrecke  i c h, wenn ich wütend über manche Staatslenker bin – über jene also, die das Wohl ihrer ihnen anvertrauten Landsleute stets als  i h r e Verpflichtung und Verantwortung als Auftrag haben… über Ungerechtigkeiten und Willkür an Menschen in einer tobenden Ohnmacht mich befinde; sosehr, dass ich zurückrudern möchte und wie Jesus in einer unaussprechlichen Kraft der Liebe, der Barmherzigkeit den Menschen mich zuwenden möchte: den Toten, die ohne Glauben waren und sind und den Lebenden, die den Glauben an Ihn lebten und leben.

Nicht von ungefähr ist der Monat September uns Serviten als besondere Verehrung Mariens anvertraut worden: am 8. Geburt Mariens, die da schon zur Mutter des Gottessohnes erwählt und geheiligt wurde, der 12. Mariä Namen, der zur steten Anrufung dient, den unsere Mitschwestern als Erst- und wir Mitbrüder als Zweitnamen tragen und der 15. Hochfest unseres Ordens der Sieben Schmerzen Mariens. Gerade dieses Fest wurde uns im Jahre 1668 anvertraut und 1692 die Schmerzensmutter zur Schutzherrin unseres Ordens erklärt.

Ich freue mich mit Dank, am 20. September heuer das Patronatsfest an der Sieben-Schmerzen-Kapelle im Westerholter Wald mit dem Thema „Die Sieben Schmerzen Mariens heute“ feiern zu können. In unseren Ordenssatzungen heißt es in der Schlusskonstitution „Da der Menschensohn noch immer in seinen Brüdern (Schwestern auch!) gekreuzigt ist, wollen wir, die Diener seiner Mutter, mit ihr zu Füßen der unzähligen Kreuze stehen um Trost und erlösende Mitarbeit zu bringen“ (OSM = Gemeinschaft der Diener Mariens).

Die Heiligen unserer Zeit sind für mich jene unter uns, die das „tun, was er euch sagt“ (Worte Mariens): Petrus und Paulus haben ihrerseits mit ihrer Bekehrung, mit ihren Zweifeln und Fragen sich auf den Weg gemacht wie wir es auch tun können: unterwegs sein im Namen des Herrn zu den Menschen: als Verpflichtung und Verantwortung für Gott und den Menschen.

P. Klemens M. Feiertag OSM, Seelsorger