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Sonntagsimpuls – 28. Sonntag im Jahreskreis | 11.10.2020

Impuls am 28. Sonntag im Jahreskreis von Gemeindeassistent Klemens Teichmann.

Schrifttexte

Evangelium (Joh 2,1-11)

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.
Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.
Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm.
Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

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Erste Lesung (Spr 8,22-31)

Lesung aus dem Buch der Sprüche

Der HERR hat mich geschaffen als Anfang seines Weges, vor seinen Werken in der Urzeit;
in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde.
Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.
Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren und alle Schollen des Festlands.
Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,
als er droben die Wolken befestigte und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,
als er dem Meer sein Gesetz gab und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften, als er die Fundamente der Erde abmaß,
da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit.
Ich spielte auf seinem Erdenrund und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.

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Zweite Lesung (Apg 1,12-14)

Lesung aus der Apostelgeschichte

Dann kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.

Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

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Impuls

Sonntagsimpuls am 28. Sonntag im Jahreskreis

Am Sonntag, 11. Oktober, ist der Festtag der Schutzpatronin des Bistums Essen „Maria, Mutter vom Guten Rat“. Zu Ehren der Gottesmutter ist für das Ruhrbistum ein wundersames Evangelium für den heutigen Sonntag vorgesehen.

Es geht um Wein, um eine große Menge Wein. Wein enthält bekanntlich Alkohol, der nicht allen Menschen gleich gut tut. Wein verbinde ich positiv mit Familienfesten und auch mit meiner eigenen Hochzeit.

Die Hochzeitsfeier in Kana ist schon in vollem Gange, als Jesus dazukommt. Solch Feierlichkeiten von damals, so wird überliefert, sehen komplett anders aus als Hochzeitsfeiern aus heutiger Sicht. Man konnte zu Jesu Zeiten nicht bequem zu einer Hochzeit von weit her anreisen und am nächsten Tag, vielleicht sogar noch am selben Tag, wieder nach Hause fahren. Das bedeutete, dass Hochzeitsfeierlichkeiten wie die in Kana mehrere Tage dauerten, damit sich Reisen und Feiern auch lohnten. Jesus stößt mit den Seinen am dritten Tag der Feier dazu. Und da geht plötzlich der Wein aus. Allein die Vorstellung, wäre das bei meiner eigenen Hochzeit passiert: Eine Katastrophe für meine Frau und mich als Gastgeber und ebenso für unsere Gästeschar.

Man konnte natürlich nicht einfach, wie heutzutage, in den nächsten Supermarkt fahren, um Nachschub holen. Und jetzt kommt Jesus mit ins Spiel. Er lässt Krüge, die dort zufällig stehen, mit Wasser füllen. Dann bittet Jesus den Speisemeister das Getränk den Gästen zu bringen. Und es ist wirklich Wein. Sogar ein extra guter. Es waren viele hundert Liter Wein – das dürfte für den Rest der Feier gereicht haben. Warum gerade Wein?

Darum: Genussmittel sind nicht lebensnotwendig, im Unterschied zu Lebensmitteln, die wir zum Leben benötigen. Gehören Genussmittel nicht zu unserem Menschsein ähnlich wie die Freude? Wein/Alkohol und Lebensfreude müssen nicht unter allen Umständen zusammengehören und doch hat beides miteinander zu tun. Vielleicht ist es ein Geheimnis der Menschheit, dass der Wein des Menschen Herz erfreut. Jesus macht den Menschen auf der Hochzeit zu Kana eine Freude. Das ist der entscheidende Punkt.

Dass er für diese riesige Freude Wein gewählt hat, ist nicht entscheidend, sondern das Weinwunder zu Kana unterstreicht, dass Gott wahre Lebensfreude nicht nur in einem übertragenen Sinn schenkt, sondern echt und spürbar. Lebensfreude, die einen wohlfühlen, genießen lässt, die zur Ruhe kommen, entspannen lässt.

Meine Lesart: Trauen wir es Gott immer wieder zu, dass er uns so direkt und unkompliziert und auch normal in unserem Leben eine Freude macht!

Klemens Teichmann, Gemeindeassistent