St. Urbanus für...

Sonntagsimpuls – 2. Sonntag nach Weihnachten | 03.01.2021

Impuls zum Zweiten Sonntag nach Weihnachten von Propst Markus Pottbäcker.

Schrifttexte

Erste Lesung (Sir 24, 1–2.8–12)

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach

Die Weisheit lobt sich selbst
und inmitten ihres Volkes rühmt sie sich.
In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren Mund
und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich:
Der Schöpfer des Alls gebot mir,
der mich schuf, ließ mein Zelt einen Ruheplatz finden.
Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt auf
und in Israel sei dein Erbteil!
Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen
und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.
Im heiligen Zelt diente ich vor ihm,
so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt.
In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden,
in Jerusalem ist mein Machtbereich,
ich schlug Wurzeln in einem ruhmreichen Volk,
im Anteil des Herrn,
seines Erbteils.

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Zweite Lesung (Eph 1, 3–6.15–18)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Éphesus

Gepriesen sei Gott,
der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt,
damit wir heilig und untadelig leben vor ihm.
Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt,
seine Söhne zu werden durch Jesus Christus
und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn.
Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken,
wenn ich in meinen Gebeten an euch denke;
denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn,
und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.

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Evangelium (Joh 1, 1–5.9–14)

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
Dieses war im Anfang bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war Leben und
das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet,
kam in die Welt.
Er war in der Welt
und die Welt ist durch ihn geworden,
aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum,
aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut,
nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit geschaut,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.

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Impuls

Liebe Schwestern und Brüder,

ein nicht sehr einladender Text zu Beginn eines ja auch nicht sehr einladenden Jahres, was zumindest die Corona-Pandemie anbetrifft. Der Jahreswechsel hat da nicht einen kompletten Umschwung gebracht.

Und nun dieser Text aus dem ersten Kapitel des Johannesevangeliums.

Anders als die Texte bei Lukas an Weihnachten werden wir nicht mit nachvollziehbaren und leicht eingängigen Bildern beschenkt, sondern mit einer sehr abstrakten, ja philosophischen Form des Ausdrucks. Es ist der sich im ganzen Evangelium des Johannes durchziehende Stil.

Das kann leicht abschrecken! Und doch lohnt es sich, diesen Worten etwas nachzugehen und sie wirken zu lassen, denn in seinen Worten steckt ein geistliches Leben an Überlegungen und Gedanken zu dem, was er erlebt und erfahren hat.

Mit den ersten beiden Worten knüpft Johannes sehr bewusst an die beiden ersten Worte der gesamten Heiligen Schrift an, als im Buch Genesis die Schöpfung von Welt und Mensch beschrieben wird. Für ihn ist es derselbe Anfang; nur beginnt das, was er das „Wort“ nennt hier nicht, sondern es war schon. Es war schon, vor dem Anfang?

Was Johannes hier in menschlichen Worten beschreiben will ist eigentlich unbeschreiblich, nämlich die Ewigkeit Gottes. Wir Menschen stoßen dabei immer an Grenzen; wie sollen wir etwas beschreiben, was wir nicht kennen, sondern bestenfalls erahnen? Johannes bedient sich hier ja auch nur der menschlichen Sprache, aber zumindest hat er Jesus ja hautnah und intensiv erlebt und er weiß, was dieser Jesus für ihn und sein Leben bedeutet hat und weiterhin bedeutet, denn in IHM – in Jesus – ist diese Ewigkeit greifbar geworden.

Für ihn findet sich diese Greifbarkeit im Bild des Lichtes wieder. Passt das nicht auch gut zu uns am Anfang eines – nennen wir es mal – vernebelten Jahres?

Wie gut ist ein Licht, das Orientierung und Sicherheit gibt in Dunkelheit oder Nebel?

Ich wünsche Ihnen sehr die Zuversicht von Licht für das ganze Jahr, wie auch immer es sich gestaltet.

Ein gutes und gesegnetes Neues Jahr für Sie und Euch alle!

Propst Markus Pottbäcker