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Sonntagsimpuls – 4. Sonntag im Jahreskreis | 31.01.2021

Impuls zum 4. Sonntag im Jahreskreis von Pastoralassistent Lukas Klein-Wiele

Schrifttexte

Impuls

„Die Null muss stehen!“ – Für diese Maxime ist Huub Stevens nicht nur auf Schalke bekannt. Wie kein anderer Trainer prägte er den Verein über viele Jahre und wurde wegen seiner einmaligen Art und seiner Erfolge zum Jahrhunderttrainer gekrönt. Er hat eine faszinierende Wirkung auf Spieler und Fans. Er hat es immer wieder geschafft Menschen auf Schalke zu begeistern, mitzureißen und zum Staunen zu bringen.

Wenn ich auf meine bescheidene Fußballkarriere im Kindesalter schaue, dann ist da auch dieser eine Trainer, der mich prägte. Ein Tipp ist mir dabei noch präsent als wäre es gestern gewesen: „Oberkörper nach vorn“ schallte es immer dann über den Platz, wenn mal wieder ein Ball zu hoch geraten war.

Trainer sind, dass wird gerade auf Schalke deutlich, ein heikles Thema. Doch was für eine bleibende Wirkung sie haben können, zeigen die beiden Beispiele allemal.

Mit seinen Worten und Taten hat auch Jesus fasziniert und bis heute viele Menschen geprägt. Im heutigen Evangelium nimmt uns Markus mit zu einem der ersten öffentlichen Auftritte Jesu.
In der Synagoge von Kafarnaum weiß der noch unbekannte Jesus durch eine Worte Menschen zum Stauen zu bringen. Sie ahnen, da ist noch mehr, als es die Worte verraten. Und prompt wird dieses Mehr in einer Dämonenaustreibung sichtbar. Markus spricht in dem Zusammenhang von einer noch unbekannten Vollmacht. Diese zeigt sich in Wort und Tat und beginnt die Anwesenden in eine Faszination für diesen Mann zu versetzen. Der Beginn dafür, dass bald viele Menschen von diesem Jesus wussten. Und der Beginn für einer Vielzahl großer Worte und Taten voller Vollmacht.

Gerade diese Wirkung Jesu auf die Anwesenden ist das, was mich an dem Text fesselt. Jesus war zu diesem Zeitpunkt ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Doch diese Person hatte in dem was er sagte und tat eine Strahlkraft, die bei diesen Menschen ein Staunen auslöste. Staunen, das für mich auch heute noch spürbar wird, wenn Menschen von ihren Begegnungen mit Gott erzählen. Und dann ist in Jesu Auftreten noch dieser unausgesprochene Verweis auf seine Maxime: Die Botschaft vom Reich Gottes. Für mich ist sie Dreh- und Angelpunkt Jesu Wirken. Mit einer Wirkung auf die Menschen damals und auf mich heute.

Mein damaliger Trainer wirkt mit seinem „Oberkörper nach vorn“ weiterhin in jedem Hobbykick in mir. Huub Stevens wirkt als Jahrhunderttrainer heute noch beruhigend auf die Schalker Fanseele. Und Jesus, der bewirkt in mir immer wieder ein Stauen über die gelebte Hoffnung auf eine bessere Welt.

Lukas Klein-Wiele